Eine Aufführung der Dreigroschenoper

Sie wird zurzeit am traditionellen Berliner Ensemble aufgeführt. Wer einmal gerade in Berlin ist, sollte sich eine Aufführung nicht entgehen lassen. Vielleicht sollte man sich schon im Vorfeld im Internet um Tickets bekommen, sonst könnte man vor einer verschlossenen Tür stehen.

Das Berliner Ensemble ist das Brecht-Theater schlechthin. Wer kennt nicht das Lied: „Und der Haifisch, der hat Zähne“. Diese Ballade über Mackie Messer trägt ein Moritatensänger auf dem Jahrmarkt von Soho vor. Die Oper spielt mehr oder weniger in den Kreisen von Kleinkrimininellen.

Das Libretto schuf Bertolt Brecht, die Musik stammt von Kurt Weill. Die Spieldauer beträgt ca. drei Stunden. Der Name „Dreigroschenoper“ stammt eigentlich von dem Schriftsteller Lion Feuchtwanger. Dieser schlug ihn als Alternative zu dem ursprünglich geplanten Titel „Gesindel“ 1928 vor.

Die Vorlage war „The Beggar’s Opera“, die 200 Jahre älter ist. Brecht hat den Text sehr frei bearbeitet und um Texte des Dichters Francois Villon bereichert. Wer einmal eine Aufführung im Berliner Ensemble erlebt hat, wird bemerken, dass diese Oper von den bissigen und kritischen Texten, der frechen Story und der Verbindung musikalischer Stilelemente des Barocks, von Tango- und Foxtrott-Rhythmen, gängiger Straßenmusik, Jazz und Operetten-Liedern lebt.

Die Eingängigkeit der „Dreigroschenoper“ beruht auf der Reduzierung ihrer musikalischen Struktur auf einfachste Muster.