Ein Ausflug in den Jazz mit Miles Davis
Wiederum muss der Leser mit einem für ihn möglicherweise neuen Begriff konfrontiert werden: „Cool Jazz“. Was verbirgt sich dahinter? Einer seiner wichtigsten Protagonisten, wenn nicht gar sein Begründer, war Miles Davis.
Miles Dewey Davis wurde am 15. Mai 1926 in Alton/Illinois geboren. Er war der Sohn eines wohlhabenden schwarzen Zahnarztes und Absolvent des berühmten New Yorker Juilliard-Konservatoriums. Um 1970 übte er mit seinem psychedelischen Trompetenjazz großen Einfluss auch auf die damalige Rock-Szene aus.
Seit seiner Mitgliedschaft im Charlie-Parker-Quintett bildete er für die New Yorker Szene die Verkörperung der Coolness. Er improvisierte über einem vielschichtigen Klangteppich elektrisch abgetasteter nur über Gefühle.
Die Akkorde rieben sich dabei in schrillen Dissonanzen, Tonfolgen wurden zu Klangbergen. Eine der bekanntesten Platten: „Bitches Brew“ („Hurengebräu“). Mitglieder der Band, die das Album einspielten: John McLaughlin, Wayne Shorter, Dave Holland, Harvey Brooks und Chick Corea.
Davis wurde von den Bandmitgliedern oft als autoritärer Bandleader empfunden, so dass sie ihn meist recht schnell wieder verließen. Sie gründeten eigene Jazz Rock Bands (Lifetime, Mahavishnu Orchestra, Weather Report und Compost). Davis lehnte den Begriff des Rock ab, weil dies eine Kategorisierung der Weißen sei.
Von 1949 war Davis fünf Jahre lang heroinabhängig. 1972 brach er sich bei einem Autounfall beide Beine, was seine Kreativität aber nicht stoppte. Insgesamt erhielt er 23 Grammy Awards.